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Was haben die Tüftler an der Börse nicht alles erfunden, um auch noch die letzte Chance auf Gewinn wahrnehmen zu können. Zum schlichten Kauf mit sofortiger Bezahlung sind die Terminverträge gekommen, die Swaps, Puts, Calls und was der Ableitungen vom geraden Weg (daher "Derivate") noch sind.
Otto Normalsparer und Frieda Kleinanleger haben längst den Überblick verloren, was die Profis da eigentlich treiben. Nur eines haben auch die Börsianer noch nicht geschafft: Aus der sprichwörtlichen Sch . . . Gold zu machen.
Man kann allerdings nicht behaupten, sie hätten dies nicht versucht. Oder wie würden Sie es nennen, wenn millionenfach Kredite über schlechtverdienende US-Häuslekäufer hereinregnen, die in "normalen Zeiten" nicht einmal einen Kleinkredit bekommen hätten? Und dann wurden diese schlechten Risiken zerstückelt, neu gebündelt und verkauft - und alle wollten dabei sein, wenn die alchimistischen Zauberkünste am Ende Gold regnen ließen.
Sicher - die Gier war zumindest bei den deutschen Geldinstituten sehr unterschiedlich ausgeprägt, bislang ist kein so schwerer Fall wie der der IKB-Bank bekannt geworden. Aber nach den Regeln vorsichtiger Kaufleute, wie sie in früheren Zeiten galten, hätten alle Institute die Finger ganz von solchen "Geschäften" lassen müssen. Aber ein solcher Appell ist offenbar völlig fruchtlos in Zeiten der Globalisierung, wo doch nur der aus biblischen Zeiten bereits bekannte Tanz um das goldene Kalb aufgeführt wird.
Nun würden ja Milliardenverluste nicht schrecken, wenn zahlen müsste, wer sie verursacht hat. Doch dieser Gefahr sind die Manager nicht ausgesetzt. Dafür zahlt am Ende der "kleine Mann" (und natürlich seine Frau) nicht nur über sinkende Kurse am Aktienmarkt: Die Milliarden für die Rettung der IKB werden sich Banken und Sparkassen von ihren Kunden zurückholen.
16.08.2007 - Von Peter Bauer / Westfälische Rundschau |
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